Neulich habe ich defekte Festplatten aus dem Müll gerettet. Obwohl sie ihre eigentliche Funktion nicht mehr erfüllen können, sind sie dennoch faszinierend aufgebaut. Ich habe mich dann mal informiert, was man alles noch so damit anstellen könnte und aus diversen Gedankenanstößen und eigener Weiterentwicklung ist folgendes entstanden: Ein Laser-Projektor. Er projiziert die Impulse der Musik auf die Wand. Und weil das viel schneller geht, als unser menschliches Auge es wahrnehmen könnte, erkennen wir richtige Bilder auf der Wand. Wenn man es so will, handelt es sich hier um ein 2D-Laser-Oszilloskop.
Benötigtes Material: - 2 defekte Festplatten (man könnte auch mit nur einer Festplatte eine Sparversion bauen) - einen Laserpointer - Reste von Blech und Plexiglas, je nach Belieben
Werkzeug: - Torx-Schraubendreher - diverses Standardwerkzeug (hängt von der Umsetzung ab)
Ich zeige euch mal, wie ich den Laser-Projektor gebaut habe. Auffällig und mittlerweile auch fast typisch für SpaceFlakes-Tutorials ist, dass kaum Kosten entstehen. In meinem Fall überhaupt keine, aber vielleicht muss ja jemand noch einen Laserpointer kaufen. Sollte nur 2 oder 3 Euro kosten.
Das Tutorial ist etwas länger, weil ich viel erkläre. Wenn man aber zusammenfasst, sieht man, dass gar nicht viel gebaut werden muss. Es ist auch für Anfänger nicht zu schwierig.
Schrauben wir mal eine Festplatte auf, um uns anzusehen, was alles darin zu finden ist.
Hier habe ich den Deckel der Festplatte abgenommen. Was wir sehen sind mehrere gestapelte Metallscheiben auf einem Motor. Diese Scheiben sind meistens aus Aluminium, in seltenen Fällen auch aus Glas. Alle Festplatten, die ich schon geöffnet habe, hatten 2 Scheiben, aber es gibt auch welche mit einer oder mehreren Scheiben. Dann befindet sich hinten ein Lesearm, der doppelt so viele Leseköpfe hat, wie Scheiben vorhanden sind, denn jede Scheibe wird von beiden Seiten "abgetastet". Der Metallteil hinter dem Lesearm ist ein sehr starker Magnet in einer Halterung mit einer Spule dazwischen, die am Lesearm befestigt ist und sich zwischen den Metallbacken bewegen kann. Das ist Vorraussetzung für unser Tutorial. Bei sehr alten Festplatten (bis ca. 30 oder 40 MB) wird der Lesearm durch einen Schrittmotor gesteuert und damit können wir nichts anfangen. Links vom Lesearm geht ein Folienkabel weg, welches auf die Rückseite der Festplatte zur Platine verläuft.
Hinter dem Magnetteil befinden sich noch Gummistopper, die den Schwenkbereich des Lesearms begrenzen. In manchen Festplatten war in einem Stopper ein kleiner Magnet enthalten, an dem der Lesearm kleben bleibt, wenn er ihm zu nahe kommt. Diese Magneten müssen wir entfernen. Oben im Bild liegen sie schon neben der Festplatte.
Nun habe ich den oberen Teil des Magnethalters abgenommen. Der Magnet ist auf dessen Unterseite befestigt. Dabei muss man vorsichtig vorgehen, weil man einerseits viel Kraft benötigt, aber andererseits nicht abrutschen darf. Mit dem Pfeil ist die Spule am Lesearm gekennzeichnet. Je nach angelegter Spannung ändert sie ihre Position im Magnetfeld.
Kommen wir zum Lesearm. An dessen Spitzen sind kleine Schleifer befestigt, die einen kleinen Anpressdurck auf die Scheiben ausüben. Diese müssen wir entfernen, damit der Lesearm sich widerstandslos bewegen kann. Zur Erklärung: Hier im Bild ist die obere der beiden Scheiben demontiert, deswegen sieht man alle 4 Spitzen. Die "untersten beiden Spitzen" sind nur eine Spiegelung, also hier sind nur 4 Spitzen vorhanden.
Letztendlich brauchen wir für dieses Bastelprojekt nur den Arm mit der Spule und dem Magnet. Auf die Scheiben könnte man verzichten und viel Platz sparen. Ich wollte aber dem Gag zuliebe die Festplatte bewusst erhalten. Deshalb habe ich hier die drei unteren Leseköpfe komplett entfernt, den oberen Lesekopf aber verschont. Von ihm habe ich nur den kleinen Schleifer abgerissen, so dass er auch keinen Kontakt mehr zur Scheibe (die hier noch demontiert ist) hat.
Irgendwie hat das nach dem Zusammenbau an der unteren Scheibe immer noch geschliffen. Dann habe ich einfach die beiden unteren Arme abgebrochen. Das ging ganz leicht, weil es ein Gussmetall war. Am oberen Arm sieht man hier in der Spiegelung sehr schön, dass der Schleifer entfernt wurde.
Auf der folgenden Seite zeige ich euch, warum sich der Arm eigentlich bewegt und wie es funktioniert, dass wir ihn zur Musik "tanzen" lassen können. Wen das nicht interessiert, der liest am besten gleich auf Seite 3 weiter.