Knobelspiel bauen – Quadrat in rechteckige Tasche einpacken

Zum Verschenken habe ich ein kleines Knobelspiel gebaut. Es besteht aus einer quadratischen Platte, die ich aus Plexiglas gefertigt habe, und einer rechteckigen Tasche aus Stoff. Das Ziel des Knobelspiels ist vermeintlich einfach: Die quadratische Platte muss in die rechteckige Tasche eingepackt werden. Sie muss jedoch ganz hineinpassen und darf nicht, anders als hier abgebildet, aus der Tasche herausragen.

Ich wollte das Knobelspiel jemandem schenken, der solche Knobeleien mag. Das Rätsel ist zwar nicht allzu schwierig, aber die Idee dahinter ist doch clever. Und für Kinder ist es vermutlich fast unlösbar.

Die Idee zu diesem Knobelspiel ist nicht von mir, sondern ich habe es hier (inklusive Spoiler!) gesehen. Irgendwo kann man das Spiel, dem Video hinter dem Link zufolge, auch kaufen. So etwas ist natürlich schnell und einfach selbst hergestellt.

Ich muss eine Stofftasche und ein Plexiglasquadrat herstellen. Die Größe ist beliebig, jenachdem wie groß das Knobelspiel später werden soll. Wichtig sind nur die Größenverhältnisse vom Plexiglasquadrat und der Stofftasche zueinander. Ich habe zuerst das Quadrat mit einer Kantenlänge von 11 cm festgelegt. Die Tasche muss eine Innenbreite aufweisen, die der Diagonale des Quadrats entspricht.

Das kann man mit dem Satz des Pythagoras ausrechnen:

Wenn man das bildlich ausdrückt, sieht das etwa so aus: Tasche und Quadrat (schwarz) sind hier so angeordnet, dass die Diagonale des Quadrats der Breite der Tasche entspricht. Das gelbe Dreieck verdeutlicht nun den Satz des Pythagoras. Die Buchstaben a und b kennzeichnen die Seitenlängen des Quadrats, c kennzeichnet die Breite der Tasche.

Ich möchte die Breite des Stoffs für die Tasche ausrechnen. Die Tasche muss etwas breiter als die Quadratdiagonale zugeschnitten sein, einerseits wegen Toleranzen und der nicht ganz zu vernachlässigenden Dicke des Plexiglasquadrats, andererseits müssen die Ränder umgenäht werden, was nicht in die resultierende Innenbreite der Tasche eingeht. Ich habe die Stoffbreite festgelegt auf:

Die Länge c findet man durch Umstellung der obigen Formel:

Dann c in die Formel für die Stoffbreite einsetzen:

Die Längen a und b sind identisch und entsprechen der gewählten Breite des Quadrats.

Wenn man auch das in die Formel für die Stoffbreite einsetzt, ergibt sich schließlich:

Für mein Quadrat mit 11 cm Kantenlänge ergibt sich eine Stoffbreite von 17 cm.

Zuerst habe ich mir aus einem Stoffrest ein quadratisches Stück zugeschnitten. Der Stoff darf nicht elastisch sein.


Mit der Nähmaschine habe ich zwei gegenüberliegende Ränder zur Stoffrückseite hin relativ knapp umgenäht.


Dann habe ich das Stoffquadrat über die Mitte gefaltet, sodass die spätere Außenseite der Tasche innenliegend ist und die zuvor umgenähten Ränder übereinander liegen. Beidseitlich habe ich die beiden Stofflagen zusammengenäht.


Nun werden noch die Fadenreste verknotet und abgeschnitten. Die Tasche kann dann umgestülpt und optional gebügelt werden und ist fertig.

Anschließend habe ich aus Plexiglas das Quadrat mit einer Kantenlänge von 11 cm ausgesägt. Der schönen Optik halber und weil vorhanden, habe ich schwarzes Plexiglas verwendet. Die Ecken und Kanten sollten etwas gerundet werden, damit der Stoff beim Spiel nicht daran hängen bleibt und es sich besser anfühlt.


Fertig

Der Aufbau ist schon abgeschlossen. Die Plexiglasplatte ist hier bis in die linke untere Ecke in die Tasche hineingeschoben worden. Wie man sieht, passt die Plexiglasplatte -so- nicht vollständig in die Tasche hinein. Weißt du wie es geht?


Falls du es gerne selber ausknobeln willst, solltest du nicht weiter lesen, denn unterhalb folgt nur noch die Lösung und nichts weiteres, was für den Aufbau relevant wäre.

Lösung

Eigentlich wurde in der Aufbaubeschreibung ja schon alles verraten: Die Quadratdiagonale entspricht der Taschenbreite. Wenn man die Tasche also in der Diagonale anwendet, passt das Quadrat hinein. Dazu fasst man die beiden oberen Ecken der Tasche an und führt sie direkt aneinander. Die Tasche faltet sich selbst zu einem Quadrat etwa gleicher Größe wie die Plexiglasplatte.


Das obige Bild diente nur der Veranschaulichung. So bekommt man die Platte nicht in die Tasche hinein. Die Stofftasche wird wieder aufgefaltet.

Man legt die beiden oberen Ecken der Tasche über zwei diagonal gegenüberliegende Ecken des Quadrats.


Dann zieht man die Ecken der Tasche aufeinander zu. Währenddessen stülpt sich die Tasche um die Platte. Schließlich ist die Plexiglasplatte vollständig eingepackt.


Wenn man die Lösung gezeigt bekommt, wie hier, dann sieht es recht einfach aus. Tatsächlich kann es aber gerade bei nicht betriebserprobten Knobelspielern eine Weile dauern, bis die Lösung gefunden wurde, u.a. weil der Zusammenhang mit der Diagonale erst gefunden werden muss.

Lieben Gruß,
Emanuel

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