Vogelfutterhaus

Mit meinem Sohn wollte ich gerne mal wieder handwerken. Da habe ich mir überlegt, dass wir ein Vogelfutterhaus für den Garten bauen könnten, da der Winter bald beginnt.

Das Vogelfutterhaus wollte ich in Naturoptik halten und habe daher das Rohmaterial von einer gefällten Kirschlorbeerhecke verwendet.

Im Artikel zeige ich euch, wie wir das gebaut haben.

In diesem Artikel gehe ich bewusst nicht auf die Abmessungen der Teile ein. Es geht hier um die Idee und die Umsetzung. Gerade bei solchen Bastelanleitungen kann und soll man reichlich improvisieren.

Der Sohnemann ist natürlich voller Vorfreude. Zum Schutz seiner Privatspäre habe ich das Gesicht aber lieber verwischt.


Zu Beginn habe ich die Grundplatte für das Vogelfutterhaus angezeichnet, wie man bei genauem Hinsehen im folgenden Foto erkennt. Die Grundplatte habe ich dann mit der Stichsäge ausgesägt. Hier musste mein Sohn noch zusehen, aber das geht ja fix.


Dann ging es an das Sägen der Äste für die vertikalen Säulen und zur Verkleidung mehrerer Seiten des Vogelfutterhauses. Eine kleine Handsäge mit Holzsägeblatt ist für den jungen Mann gut handhabbar.


Allerdings ist es monoton und anstrengend für ein Kind, so einen Ast von ca. 3…4 cm Durchmesser zu zersägen. Da hat er mir die Säge irgendwann zurückgegeben. Mit anderen Arbeiten, wie z.B. Schleifen mit Sandpapier oder Bohren an der Tischbohrmaschine (im Hintergrund sichtbar) war er aber gut zu beschäftigen.


Währenddessen habe ich mit einem Fuchsschwanz die Hölzer geteilt.


Nun haben wir 4 Säulen, die für das Dach schräg angeschnitten sind und 4 längs halbierte Äste für die seitliche Verkleidung. An der Vorderseite habe ich einen Ast mit seitlichem kleineren Ast platziert. Eine natürliche Landestelle für die Vögel.


Die halbierten Äste habe ich seitlich angeleimt. Dabei habe ich je die gegenüberliegenden gleichzeitig angeleimt. Weil ich genügend lange Schraubzwingen nicht besitze, musste ich mir etwas einfallen lassen und habe je Schraubzwinge einmal Paketband um die zu klebende Konstruktion gespannt. Die Schraubzwingen verkanten auf diese Weise und lassen sich ordentlich festklemmen.

Der dritte halbe Ast hinten liegt hier nur zum Positionieren dazwischen, damit die Schrägen Enden gut ausgerichtet sind. Schwer zu sehen ist auch ein weiteres Holz unter den Schraubzwingen, welches auch nur lose liegt und die beiden festgespannten Äste am Kippen über die Plattenkante hindert.

Außerdem sind in den Ecken der Grundplatte jeweils Bohrungen für die Säulen vorbereitet.


Die Säulen habe ich dann auf die Grundplatte geschraubt und auf diese wiederum Leisten geschraubt.

Irgendwo hier ist mein Sohn dann ausgestiegen. Es war etwas zu langwierig für ihn, aber das macht nichts. Er war stolz, das Vogelfutterhaus mitgebaut zu haben.


Das Dach muss wasserdicht werden, um das Holz vor permanenter Nässe zu schützen. Darum habe ich diese Laminatmuster aus Kunststoff dafür eingesetzt. Vorher hatte ich so ein Muster ein paar Tage in Wasser gestellt, um sicher zu sein, dass es nicht quillt.


Zwei Stück dieser Laminatmuster habe ich zugeschnitten und mit Panzertape verbunden. Das Panzertape dient nur als Aufbauhilfe.


Das Dach habe ich dann gewendet (Panzertape ist nun innen) und auf die Leisten geschraubt.


Von vorne und hinten habe ich Löcher in die Dachleisten gebohrt.


Weitere halbierte Äste werden nun für die Dachverkleidung genutzt. Dazu habe ich Holzdübel eingeleimt. Diese Teile werden nur gesteckt, aber sie sitzen recht fest.


Dann habe ich alle Verschraubungen wieder gelöst und die Holzteile mit Holzschutzmittel lackiert. Auch das Heckenholz habe ich an offenen Stellen lackiert, aber natürlich nicht auf der Rinde.


Zum Aufstellen des Vogelfutterhauses habe ich einen Pfahl im Baumarkt besorgt.


Das Haus soll sicher zu befestigen sein, jedoch vom Pfahl abnehmbar. Möglicherweise muss es gelegentlich gereinigt und dazu abgenommen werden. Zur Befestigung habe ich diese Holzdreicken gebaut und mit je einer Bohrung versehen.


Auch diese Teile habe ich zum Wetterschutz lackiert.


Die Dreicken habe ich dann von unten an die Grundplatte geschraubt. Foto folgt gleich.

Hier ist alles fertig montiert. Nur das Dach muss aus optischen Gründen noch verschönert werden.


Von unten sieht man die Pfahlhalterung mit den Dreiecken. Das Vogelfutterhaus lässt sich einfach auf den Pfahl stecken. Da der Pfahl nicht rund ist, kann es sich dabei nicht verdrehen.


Auf das Dach habe ich erstmal einen Streifen Panzertape über den Spalt geklebt. Das Dach ist jetzt wirklich wasserdicht. Es ragt an allen Seiten über die Grundfläche des Vogelfutterhauses hinaus, weshalb der untere Teil kaum nass werden dürfte. Nur bei Schrägregen.


Das Dach will ich nun mit dieser Bastmatte decken. Die habe ich mal irgendwo vom Sperrmüll geangelt, weil man das gut als Zunder gebrauchen kann.


Ich habe mir ein halbwegs schönes Stück ausgesucht und mit einer Schere ausgeschnitten. Damit das Dach optisch dichter ist, habe ich die doppelte Fläche ausgeschnitten und es einmal umgefaltet.


Das Dach habe ich einfach oben drauf gelegt und mir die äußeren Verbindungsdrähte über die Schrauben auf der Dachplatte geschoben. Die Schrauben können nun durch den Draht (es sind eigentlich immer zwei spiralförmig gedrehte Drähte) geführt werden. Somit ist das Dach genügend fest angeschraubt.


Fertig.


Das Vogelfutterhaus haben wir zunächst hier im Garten aufgestellt. Es hat sich aber gezeigt, dass diese Stelle nicht genügend windgeschützt ist und die Vögel ohnehin lieber einen etwas bewachseneren Bereich mögen, etwa wie Unterholz im Wald.


Hier ist das Vogelfutterhaus neu aufgestellt und eine Meise inspiziert im Spätfrühling das Dach.


Im Winter hatten wir wirklich regen Besuch am Futterhäuschen.


Hoffentlich war das eine gute weitere Anregung für eine Eltern-Kind-Aktivität. Man muss sich sicher darauf einstellen, Teile des Vogelfutterhauses alleine zu bauen, weil es insgesamt zu lange dauert. Aber für Kinder ist das schon toll, wenn sie mal zwei Teile sägen oder bohren können. Auch Schleifpapier ist eine gute Übung für Kinder (Anpressdruck, Führen um Kanten, Begutachten des Fortschritts).

Lieben Gruß,
Emanuel

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