Lichtschalter mit Funk erweitern – Version 2

Vor einigen Monaten habe ich bereits einen Artikel veröffentlich, in dem ich beschrieben habe, wie man elektrische Verbraucher (in der Regel Leuchten) per Funk an einen existierenden Lichtschalter ankoppelt, ohne dabei die Hausinstallation verändern zu müssen.

Der Vorteil ergibt sich in großen Räumen, die nur mit mehreren Lampen gemütlich zu beleuchten sind. Diese Lampen möchte man alle gemeinsam mit dem vorhandenen Lichtschalter schalten können, jedoch ohne neue Leitungen zu verlegen.

Die Version 2 dieser Schaltung ist ähnlich wie schon die Version 1 möglichst einfach gestaltet. Sie funktioniert aufgrund einiger Veränderungen jedoch etwas zuverlässiger, wenn viele Funkempfänger mit einem Lichtschalter geschaltet werden (3 oder mehr).

Einleitung

Dieser Artikel ist eigenständig und erfordert nicht die Kenntnis der Version 1. Es schadet aber nicht, den Artikel Lichtschalter mit Funk erweitern (Version 1) mal zu lesen.

Vorab erstmal die Funktionalität der hier vorgestellten Schaltung:

  • Viele Lampen werden mit einem Lichtschalter gemeinsam geschaltet, ohne die Lampen direkt verkabeln zu müssen. Die Hauptbeleuchtung wird konventionell an der Zimmerdecke angeschlossen. Weitere Akzentleuchten werden mit Funksteckdosen an der nächstgelegenen Steckdose angeschlossen. Parallel zur Hauptbeleuchtung wird die hier vorgestellte Schaltung, ein Funksender, angeschlossen. Die Bauform ist so klein, dass die Schaltung in einer sowieso zur Anwendung kommende Aufputzdose oder unter der Deckenblende der Lampe Platz findet.
  • Beim Einschalten am Lichtschalter sendet der Funksender ein Ein-Kommando an alle Funksteckdosen.
  • Beim Abschalten am Lichtschalter wird ein Aus-Kommando gesendet.
  • Zusatzfunktion: Wird der Lichtschalter kurz ein- und innerhalb von einer Sekunde wieder ausgeschaltet, bleibt das Hauptlicht aus, aber die Akzentleuchten schalten ein. Somit kann man über den Lichtschalter sogar verschiedene Lichtszenarien schaffen.
  • Weitere Zusatzfunktion der digitalen Variante (s.u.): Wird der Lichtschalter kurz aus- und innerhalb von einer Sekunde wieder eingeschaltet, geht das Hauptlicht an, aber die Akzentbeleuchtung bleibt aus.

Prinzip

Alles baut auf einem Funksteckdosenset auf. Man kann es natürlich dabei belassen, aber das ist erstens nicht DIY und zweitens muss man ja immer noch die Fernbedienung bedienen, die sicher wieder irgendwo unter dem Sofa liegt oder deren Batterie leer ist.

Diese Funksteckdosen sind nicht die allerbilligsten, aber auch nicht zu teuer. Das Set mit 3 Steckdosen kostet 20 €. Noch billigere Produkte sehen oft nicht vertrauenswürdig. Jedenfalls würde ich nicht zu Produkten greifen, für die keine Verlustleistung spezifiziert ist. In diesem Fall ist die Verlustleistung mit <0,5 Watt je Steckdose angegeben. Das ist ok.


Die Fernbedienung habe ich mal geöffnet. Die enthaltene Platine ist nicht sonderlich eng gefüllt. Sie verfügt über 8 Leiterschleifen, die zusammen mit der Gummitastatur elektrische Taster ergeben. Wichtig ist hier, dass jede Funksteckdose über eine Taste auf der Fernbedienung eingeschaltet und über eine zweite Taste abgeschaltet wird.


Die andere Seite der Platine. Mit dem Schalter lässt sich ein Kanal kodieren, so dass von diesem Typ 4 Fernbedienungen im gleichen Sendegebiet unabhängig voneinander funktionieren sollen.


Die Funksteckdosen können nun ohne Kabel zu verlegen bei den jeweiligen Verbrauchern platziert werden. Jetzt muss nur der Sender so modifiziert werden, dass er an den vorhandenen Lichtschalter angeschlossen werden kann und zudem in der Lage ist, die gesamte Beleuchtung inklusive oder exklusive Hauptlicht einzuschalten.

Gefahr!

Vorsicht, die hier gebaute Platine steht im Betrieb unter lebensgefährlicher Spannung! Nachbau auf eigene Verantwortung! Fern halten von anderen Personen, insbesondere Kindern!

 

Varianten

Bei der Entwicklung der überarbeiteten Schaltung unterlag ich einem Dilemma: Das Problem ist, dass Microcontroller (kurz µC) so extrem billig sind. Warum das ein Problem ist? Weil in jeder Popelsschaltung mit noch so primitiver Funktion µC’s stecken. Ich habe nichts gegen µC’s und mag sie sogar sehr gerne. Andererseits ist es auch mal schön, analoge Schaltungen zu entwickeln und zudem keine Software zu brauchen. So habe ich also eine analoge Schaltung entwickelt, die besser als die Version 1 funktioniert. Aber bei einem nüchternen Vergleich zu einer Microcontrollerlösung fällt die analoge Variante aufgrund ihres größeren Bauteil- und damit Herstellungsaufwandes wieder unter den Tisch: So habe ich eine weitere digitale Schaltung entwickelt, die noch ein wenig besser funktioniert und zudem günstiger ist.

Im folgenden möchte ich dennoch beide Varianten vorstellen. Da ich nur die digitale Schaltung aufgebaut habe, existiert zu der analogen Schaltung kein Platinenlayout. Sie ist aber auf dem Steckbrett getestet.

Analoge Variante: Schaltplan mit Erläuterung

Hier also die analoge Schaltung. Wie gesagt habe ich diese Schaltung nicht umgesetzt. Der Nachbau empfiehlt sich nur für Leser, die nicht über ein Programmiergerät verfügen (was aber für ca. 10 € beschafft werden kann). Ansonsten kann im nächsten Kapitel mit der digitalen Variante weitergelesen werden.

(Bild anklicken zum Vergrößern)

Wen es interessiert: Funktionsweise

Die analoge Schaltung im Bild oberhalb funktioniert wie folgt:

Zunächst kann die Schaltung in Teile gegliedert werden, die hier deutlich erkennbar sind, da sie nicht direkt mit Linien miteinander verbunden sind.

Oben befindet sich die Spannungsversorgung. Diese muss 12V für die Fernbedienungsplatine bereitstellen, damit die Batterie entfallen kann. Außerdem muss sie einen Puffer enthalten, da ja keine Netzspannung mehr anliegt, wenn der Lichtschalter abgeschaltet wurde, aber dann noch das Aus-Kommando an die Funksteckdosen zu senden ist.

Der Puffer ist über Diode D3 und Kondensator C5 realisiert. Die Diode verhindert nach dem Abschalten, dass der verhältnismäßig große Kondensator sich rückwärts entlädt, d.h. die gespeicherte Ladung steht der Schaltung für den Betrieb für einige Sekunden zur Verfügung.

Ein wesentlicher Unterschied zur Version 1 ist hier, dass der Puffer vor dem Spannungsregler U1 sitzt. Das bietet den Vorteil, dass die Spannung nicht sofort nach dem Abschalten einzubrechen beginnt und das Funksignal nur mit verminderter Leistung gesendet würde. Hier bricht vorerst nur die 25V-Spannung zusammen, aber solange, bis sie ca. 14V erreicht hat, stehen hinter dem Spannungsregler stabile 12V zur Verfügung. Der Kondensator C5 wird allerdings aufgrund seiner höheren Spannungsfestigkeit räumlich größer, was als kleiner Nachteil in Kauf genommen werden muss.

Der große Schaltungsteil links unten ist etwas verzwickt, obwohl nicht viele Bauteile zum Einsatz kommen. Hier hat das Problem mit der Zusatzfunktion, bei der der Lichtschalter ein- und sofort wieder ausgeschaltet wird, um nur das Akzentlicht zu schalten, einen neuen Lösungsansatz gefordert. Wer sich erinnert: In Version 1 war die Funktion ebenfalls enthalten. Dort wurde die Zeitkonstante einfach über ein RC-Glied gelöst und im Prinzip analog die Schaltschwelle eines Transistors erreicht. Problematisch war das dann, wenn das RC-Glied noch nicht ganz entladen war (was etwas dauerte) und wieder ein- und ausgeschaltet wurde. Dann war die Zeitkonstante wegen vorhandener Teilladung kürzer und die Abschaltunterdrückung funktionierte auch nicht sauber.

Darum hier ein anderer Ansatz: Die Transistoren T2 und T4 mit den Widerständen R2, R4, R6 und R7 bilden ein diskretes Flipflop. Dieses hat zwei definierte Zustände. Entweder der eine oder der andere Transistor ist geschaltet. Mit diesem binären „Merker“ soll die Schaltung vom Zustand „gerade erst eingeschaltet“ in den Zustand „schon länger an“ wechseln. Ein Zurückwechseln ist im Betrieb nicht vorgesehen, nur durch Spannungsfreiheit. Im Zustand „gerade erst eingeschaltet“ bewirkt ein Abschalten, dass das Akzentlicht eingeschaltet bleibt. Der Zustandswechsel des Flipflops tritt nach ca. 1 Sekunde ein und ermöglicht also erst, dass ein Aus-Kommando gesendet werden kann.

Der Kondensator C3 sorgt dafür, dass das Flipflop richtig initialisiert wird. Er ist beim Einschalten stets ungeladen und zieht daher im ersten Moment die Basis von T4 gegen Masse. Dadurch wird T2 leitend und T4 sperrend. Wenn T4 sperrt, liegt Spannung zwischen R7 und R10 an, sodass der Transistor T5 das Ein-Kommando auf der Funkfernbedienungsplatine bedient.

Um das Flipflop umzuschalten, muss der Transistor T3 die Basis von T2 gegen Masse ziehen.

Die Zeitkonstante wird auch wieder mit einem RC-Glied bereitgestellt. Über R3 wird C2 geladen. R3 ist außerdem an der ungepufferten Spannung angeschlossen, damit das Laden beim Abschalten am Lichtschalter sofort beendet wird.

Sobald der Kondensator C2 auf ca. 0,7V aufgeladen ist, schaltet T3 durch und schaltet das Flipflop um: Nun sperrt T2 und leitet T4. Da T4 leitet, liegt keine Spannung mehr an R10 an und es wird kein Ein-Kommando mehr gesendet. Da T2 nun sperrt, liegt eine Spannung zwischen R2 und R1 an, wodurch der Transistor T1 durchschaltet und den Kondensator C2 (aus dem RC-Glied) relativ schlagartig entlädt. Dadurch ist das RC-Glied sozusagen zurückgesetzt worden und nicht noch teilgeladen, wenn die Schaltung das nächste Mal eingeschaltet wird.

Das Aus-Kommando wird gesendet, wenn der Transistor T6 sperrt und somit ein Basisstrom über R11 in T7 fließt. T6 sperrt genau dann, wenn er seinerseits keinen Basisstrom bekommt und das ist nur dann der Fall, wenn weder die ungepufferte Spannung anliegt, sonst fließt der Basisstrom durch R9 in T6, noch der Transistor T4 sperrt, denn sonst fließt der Basisstrom durch R7 und R8 in T9. Funktional ausgedrückt bedeutet das, dass nur ausgeschaltet werden kann, wenn das Flipflop bereits gekippt ist und die ungepufferte Versorgung wegfällt, sprich der Lichtschalter abgeschaltet wurde. Wird aber der Lichtschalter abgeschaltet, bevor das Flipflop gekippt ist, also vor Ablauf von ca. 1 Sekunde nach dem Einschalten, bleibt das Abschaltkommando unterdrückt… wie gewünscht.

Weiterhin existieren kleine Schaltungsteile rechts im Bild. Der Teil mit den Transistoren T8 und T9 realisiert eine Entladung der gepufferten Spannung, wenn diese bereits so gering ist, dass sie nichts mehr bewirkt. Dadurch ist die Schaltung nach dem Abschalten und dem Absetzen des Aus-Kommandos schnell wieder sauber initialisiert. Wie es funktioniert: Die Widerstände R12 und R13 bilden einen 10:1 Teiler, d.h. teilen die gepufferte Spannung am Mittelabgriff durch 11. Der Transistor T8 leitet, sobald an seiner Basis mindestens ca 0,7 V anliegen. Das ist der Fall, solange die gepufferte Spannung mindestens ca. 7,7V beträgt. Sobald die gepufferte Spannung kleiner wird, sperrt T8 und leitet T9, der die gepufferte Spannung über einen recht niedrigen Widerstand R15 entlädt. Da R15 dann doch groß genug ist, ist das Aufladen des Pufferkondensators kein Problem, wo ja auch erstmal der Spannungsbereich bis 7,7V durchlaufen werden muss.

Ganz rechts auf dem Plan ist eine Status-LED und der Anschluss der Senderplatine aus der Funkfernbedienung dargestellt.

Digitale Variante: Schaltplan mit Erläuterung

Wie gesagt habe ich letztendlich diese digitale Variante umgesetzt. Sie erfordert zwar das Einspielen einer Firmware in den Microcontroller, aber bietet bei wesentlich geringerem Bauteileumfang und damit weniger Bestückungsaufwand eine nochmal solidere Funktion. Verbessert ist funktional gegenüber der analogen Variante:

  • Zusatzmodus: Wenn das Licht eingeschaltet ist, kann man durch Abschalten und innerhalb von einer Sekunde Wiedereinschalten des Lichtschalters die Akzentbeleuchtung abschalten, während das Hauptlich eingeschaltet bleibt. Hier existieren also 3 Lichtszenarien, die alle über den Lichtschalter geschaltet werden können: nur Hauptlicht, nur Akzentlicht oder beides.
  • Die Funkkommandos werden gepulst gesendet, also nicht permanent wie bei der analogen Variante. Die Funksteckdosen schalten zuverlässiger.

(Bild anklicken zum Vergrößern)

Wen es interessiert: Funktionsweise

Die digitale Schaltung im Bild oberhalb funktioniert wie folgt:

Zunächst kann die Schaltung in Teile gegliedert werden, die hier deutlich erkennbar sind, da sie nicht direkt mit Linien miteinander verbunden sind.

Oben befindet sich die Spannungsversorgung. Diese muss 12V für die Fernbedienungsplatine bereitstellen, damit die Batterie entfallen kann und 5V für den Microcontroller. Außerdem muss sie einen Puffer enthalten, da ja keine Netzspannung mehr anliegt, wenn der Lichtschalter abgeschaltet wurde, aber dann noch das Aus-Kommando an die Funksteckdosen zu senden ist.

Der Puffer ist über Diode D3 und Kondensator C3 realisiert. Die Diode verhindert nach dem Abschalten, dass der verhältnismäßig große Kondensator sich rückwärts entlädt, d.h. die gespeicherte Ladung steht der Schaltung für den Betrieb für einige Sekunden zur Verfügung.

Ein wesentlicher Unterschied zur Version 1 ist hier, dass der Puffer vor dem Spannungsregler U1 sitzt. Das bietet den Vorteil, dass die Spannung nicht sofort nach dem Abschalten einzubrechen beginnt und das Funksignal nur mit verminderter Leistung gesendet würde. Hier bricht vorerst nur die 25V-Spannung zusammen, aber solange, bis sie ca. 14V erreicht hat, stehen hinter dem Spannungsregler stabile 12V zur Verfügung. Der Kondensator C3 wird allerdings aufgrund seiner höheren Spannungsfestigkeit räumlich größer, was als kleiner Nachteil in Kauf genommen werden muss.

Und im Gegensatz zur analogen Variante ist hier nicht mehr viel los. Die Ein- und Aus-Kommandos werden direkt über die Transistoren T2 und T3 vom Microcontroller bedient. Genaugenommen handelt es sich hier aber nicht um je ein Kommando pro Transistor, sondern T2 kodiert, ob ein- oder ausgeschaltet wird und T3 bedient ein TE, was für Transmit Enable steht. Diese Dinge haben mit dem IC auf der Fernbedienungsplatine zu tun.

Weiterhin muss der Microcontoller noch frühzeitig Kenntnis über das Abschalten am Lichtschalter erlangen, denn wenn die Versorgung absackt ist es zu spät. Das macht er über einen hochohmigen Teiler R1 und R2, der an die ungepufferte Spannung greift, die ja sofort einbricht, wenn der Strom abgeschaltet wird. R3 ist übrigens mit zwei Widerstandswerten beschriftet, weil es egal ist, welchen von beiden man nimmt. „1k“ ist schön rund und hat jeder da, „1k8“ ist identisch mit dem Vorwiderstand R7 der Status LED, so dass man ggf. weniger verschiedene Bauteile bestellen muss.

Der Rest ist etwas Grundbeschaltung für den Microcontroller. Über den Steckverbinder P3 wird der Microcontroller mit einem ISP-Programmierer programmiert. Ein Quarz für den Takt kann entfallen, da die internen RC-Taktgeber im Microcontroller für den Zweck gut genug sind. Der Controller taktet mit einem gemütlichen Takt von 128 kHz.

Ganz rechts auf dem Plan ist eine Status-LED und der Anschluss der Senderplatine aus der Funkfernbedienung dargestellt.

Hier gibt es die Firmware und Informationen zur Konfiguration der Fuses des Mikrokontrollers.

  Firmware v1 (46,4 KiB, 358 mal heruntergeladen)

Firmware v1, Fuses-Einstellungen

Stückliste

Hier gibt es eine Stückliste für beide Varianten und auch Version 1 ist zur Gegenüberstellung enthalten.

  Bestellliste für Reichelt.de (33,8 KiB, 872 mal heruntergeladen)

Stückliste mit Reichelt.de-Bestellnummern für

  • Version 1
  • Version 2 – Analoge Variante
  • Version 2 – Digitale Variante

Aufbau

Der Aufbau folgt gemäß der digitalen Variante. Keine Panik, es sieht so chaotisch aus, weil hier einige Dinge übereinander liegen. Das grüne Feld symbolisiert die Platine aus der Funkfernbedienung, die über den dicken Kondensatoren liegt. Im grünen Feld sind auch die Anschlusspunkte für die Litzen grob eingezeichnet, aber das folgt später noch im Detail.

Der Schaltplan hat ja eben gezeigt, dass es sich sogar um weniger Komponenten handelt als in Version 1.

Die Platinenform bleibt identisch wie in Version 1. Die Klemme K1 habe ich gedreht, so dass die Leitungen nun von unten angeschlossen werden.


Wenn man die grüne Fernbedienungsplatine einmal ausblendet, sieht es so aus. Der Kondensator C3 ist räumlich so groß, dass er nicht so einfach in eine Aufputzdose passt. Daher wurde er hier in zwei parallel geschaltete axiale Kondensatoren C3a und C3b aufgeteilt. Auch diese verdecken noch einige Bauteile, weshalb im übernächsten Bild auch noch die Kondensatoren ausgeblendet werden.


Mit ausgeblendeten Kondensatoren wird es nun doch sehr übersichtlich.

  • Die Lötnägel kennzeichnen eigentlich die Anschlüsse von Litzen, die mit der Fernbedienungsplatine verbunden werden.
  • Der Microcontroller sollte gesockelt werden, da kein Platz für einen Programmieranschluss war und der Microcontroller daher außerhalb der Schaltung programmiert werden muss. Für eventuelle Firmwareupdates ist es nützlich, wenn man den Microcontroller herausnehmen kann.
  • Beachten, dass der Mittelpunkt der Platine genau zwischen zwei Löchern liegt, d.h. weder in einem Loch noch in der Mitte von 4 Löchern. Das ist beim Anzeichnen wichtig, damit die Löcheranzahl nachher zum hier vorgeschlagenen Layout passt.


Evtl. können manche Nachbauer diese Outline-Ansicht gut gebrauchen.


Dieses Bild zeigt die Rückseite der Platine in einer Durchsicht, d.h. ohne dass die Platine gewendet wurde. Die Leiterfarben stehen hier für die Versorgungsspannungen:

  • rosa: ungepufferte 25V
  • grün: gepufferte 12V
  • rot: gepufferte 5V
  • blau: GND
  • grau: links unten L und N, ansonsten alle übrigen Signale


Hier ist die Platine gewendet, damit Nachbauer nicht gespiegelt denken müssen.


So sieht es aus, wenn die Platine bestückt ist und nur noch die Kondensatoren C3a und C3b fehlen. Ich empfehle diese zuletzt zu bestücken.


Komplett bestückt. Jetzt kann die Fernbedienungsplatine noch angeschlossen werden und dann gehts los.


Hier ist nochmal die Platine aus der Funkfernbedienung ebgebildet. Den enthaltenen Sender will ich nutzen, jedoch ohne die Tastenmimik und ohne Batterie.


Damit die Platine in die Aufputzdose passt, habe ich alles Überflüssige abgesägt. So sieht die Platine dann aus.


Für die digitale Variante (nicht aber für die analoge Variante!) muss die Diode entfernt werden, die an der markierten Stelle bestückt war.


Hier sieht man nun, wo ich Leiterbahnen kontaktiert habe.

  • Rot: 12 V-Versorgung
  • Schwarz: GND
  • Orange: Status-LED (kann man auch weglassen)
  • Braun: Taster für An und Aus (ist oben im Layout genau beschrieben) oder TE und Aus. (Bei der digitalen Variante muss die Diode zwischen den beiden Anschlüssen entfernt werden, wie im Bild zuvor beschrieben.)


Da durch den Sägevorgang das IC nicht mehr komplett angeschlossen ist, wird einer der Pins 1 bis 4 mit den Pins 5 und 9 verbunden. Hier im Foto sind 4, 5 und 9 verbunden. Die Auswahl der Pins 1 bis 4 kodiert den Sendekanal, damit mehrere Funksysteme im gleichen Sendegebiet verwendet werden können. Beim Einsatz eines Systems ist es egal, welcher der 4 Pins gewählt wird. Nur die Funksteckdosen müssen auf der Rückseite auf eben diesen Kanal eingestellt werden.


[OPTION ANFANG]

Optional kann man die Platine noch kleiner sägen, wie ich es hier einmal vorführe. Kann man aber auch lassen, es passt auch so in die Aufputzdose.

Zuerst lötet man den Widerstand auf der Rückseite unten aus und biegt ihn etwas zur Seite.


Dann sägt man nochmal den Teil ab, den ich am unteren Rand entfernt habe. Dazu muss ein SMD-Kondensator verlegt werden. Er sitzt nun direkt unterhalb von Pin 20 des ICs. Aufpassen, dass man die Bauteile auf der Rückseite nicht durchsägt.


So sieht es auf der Rückseite nun aus.


Der Widerstand muss mit dem ausgelöteten Ende wieder an die 12V-Versorgung gelötet werden. Das geht einfach mit etwas Draht.


Die rote Litze muss ebenfalls verlegt werden, wie hier im Bild gezeigt.


[OPTION ENDE]

Weiter geht der reguläre Aufbau. Die Fernbedienungsplatine habe ich mit doppelseitig klebendem Schaumstoffklebeband auf den Kondensatoren festgeklebt. Das macht man am Besten, während man die Platine in die Aufputzdose legt, denn dann sieht man wieviel Platz man hat.



Die LED wird hier nach unten gebogen, da die Platine andersherum in die Aufputzdose gelegt wird, als bei Version 1.



Die Rückseite wird nicht verheimlicht. Im 230V-Bereich habe ich alle unbenötigten Lötaugen weggefräst, damit ich die vorgeschriebenen Mindestabstände von 2,9 mm zwischen N und L und 5,9 mm zwischen N/L und Niederspannung einhalte.


So passt das nun alles in die Aufputzdose. Man sieht, dass die Platine innen wie außen noch etwas Spiel hat, also nicht alles auf’s Limit bemessen ist.


Nachträglich habe ich noch die 230V-Klemme gegen eine größere getauscht, da die zuerst verwendete nicht für den Leiterquerschnitt gereicht hat, den ich anschließen wollte.


Montage

Die Montage ist keine besondere Kunst. Vorher natürlich Spannungsfreiheit feststellen und gegen Wiedereinschalten sichern.

Ein Tipp: In der Aufputzdose ist es etwas eng. Zum Anschluss der Leiter reicht es, aber es ist kein Platz für länger aus der Decke hängende Leiter vorhanden. Bitte aber nicht die Leiter an der Zimmerdecke kürzen. Das macht man nicht. Stattdessen kann man diese aber aus der Dose heraus- und in einer Schleife wieder hineinführen, wie ich es im folgenden Foto zeige.


Hier die angeschlossene Schaltung in der Aufputzdose mit Kabelkanal. Die LED, in meinem Fall gelb, blinkt, wenn ein Funkkommando abgesetzt wird. Der Vorwiderstand ist aber so ausgelegt, dass sie nicht aufdringlich hell ist.


Das war nun viel zu Lesen. Ich wünsche Spaß beim Nachbau.

Im Artikel der Version 1 sind außerdem Videos von der Funktionsweise zu sehen. Da sich prinzipiell nichts daran ändert, gibt es keine neuen Videos.

Fragen und Kommentare könnt ihr gerne unten loswerden.

Euer Movergan

11 Gedanken zu „Lichtschalter mit Funk erweitern – Version 2

  1. Hallo
    Sensationell die Schaltung.
    Kann man die auch fertig aufgebaut bei Ihnen erwerben.

    Mir fehlt es erstens an ein Programmier Gerät und zweitens an Erfahrung.

    Wäre toll wenn sie sich meiner annehmen.

    • Hallo Oliver,
      in meinem Blog stelle ich Projekte vor, damit sie nachgebaut werden können. Nachbauen nicht nur, damit man dieses Projekt oder die Schaltung dann hat, sondern auch, weil es eine kreative und gesunde Erfahrung ist, Dinge selbst zu machen und zu schaffen. Gerade in diesem Projekt stehen deine Chancen eigentlich gar nicht schlecht. Du musst nichts mehr entwickeln. Nur Löten und ein Programm übertragen. Das Löten auf Lochraster kann man sich doch anlesen oder meinetwegen in Onlinevideotutorials erklären lassen und dann etwas üben, z.B. an Elektroschrott. Nach einer Weile kann man Lötverbindungen genügend sauber realisieren, zumal hier kein hoher Anspruch erforderlich ist. Und dann einfach mal mit diesem Projekt loslegen. Viel Geld setzt man gar nicht aufs Spiel (die Funktsteckdosen kann man nachher kaufen, wenn das Löten gelungen ist). Das Programmiergerät kann man für <10€ kaufen. Und wenn dann alles läuft, hat man neben der Schaltung auch noch Erfahrung gewonnen und kann stolz sein und sich wohl mehr über das Resultat freuen als bei einem Kauf. Bei Fragen während des Aufbaus bin ich gerne behilflich.
      LG Emanuel

  2. Hallo,
    da ich nun schon mit verschiedenen Funksteckdosen keine guten Erfahrungen in Bezug der Reichweite und der Zuverlässigkeit machen musste, würde es mich interessieren, ob es eine Möglichkeit gibt, dieses Problem etwas zu verbessern.

    Viele Grüße
    Franz

    • Hallo Franz,
      ich konnte zumindest feststellen, dass es nochmal Unterschiede zwischen sehr preiswerten und den etwas teureren Steckdosen gibt. Zwar ist alles Chinamüll und die angegebene Reichweite erfüllen die alle nicht. Aber bei der Zuverlässigkeit sind Sets mit 3 Steckdosen für 25€ besser als Sets mit 5 Steckdosen für 15€. Die Sets mit den albernen Dimmern würde ich auch nicht kaufen (bleibt nochmal weniger vom Gesamtpreis für die Qualität übrig). Die Funksteckdosen, die ich im Artikel verwendet und genannt habe, machen aber einen recht brauchbaren Eindruck. Die Zuverlässigkeit ist nicht 100%, aber ganz gut. Ich schalte mit einem stationären Sender (wie im Artikel gezeigt) etwa 6 Steckdosen gleichzeitig, die bis zu 6m entfernt sind, allerdings fast Sichtkontakt oder nur dünne Wände (12cm stark). Grob geschätzt geht bei jedem 50. Schalten eine Steckdose nicht an, bzw. meistens nicht aus. Dann muss man nochmal schalten und dann ist gut. Für mich ist das hinnehmbar. Das könnte allerdings auch eine Konzeptschwäche meiner Schaltung sein, da die ja mit gepufferter Restenergie das Abschaltkommando sendet.
      Pimpen könnte man meine Schaltung, indem man den Pufferkondensator noch größer auslegt, damit insbesondere beim Abschalten länger gesendet wird. Die Microcontroller-gesteuerte Schaltung sendet ja gepulst, als ob man die Fernbedienung mehrfach drücken würde. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass möglichst jede Funksteckdose das mitbekommt. Beim Einschalten wird länger gesendet und da gehen eigentlich immer alle Steckdosen an (vielleicht ein bis zweimal im gesamten Leben der Installation nicht). Beim Abschalten liegt aber nur für 3…5 Sekunden Restenergie vor, wodurch hier nicht so lange gesendet werden kann.
      Gruß, Emanuel

    • Der verwendete und in der Stückliste angegebene Trafo hat eine Nennspannung von 12V, wenn auf der Sekundärseite der Nennstrom fließt (siehe Datenblatt, weiß ich gerade nicht auswendig, ein paar zehn mA). Fließt ein höherer Strom, ist die Spannung geringer und fließt ein niedriger Strom, wird die Spannung größer. Da die Schaltung im Artikel kaum Strom aufnimmt, ist der Trafo sogar fast im Leerlauf und hat eine wesentlich höhere Spannung als seine Nennspannung. Dies gilt allgemein für Trafos, ist aber bei so kleinen Exemplaren stärker ausgeprägt.
      Die Spannung am Trafo ist in der Tat ca. 25V, wobei ich mich nicht um +- 5V streiten will, da hier vermutlich auch große Exemplarstreuungen möglich sind. Die genaue Spannung ist aber auch egal, da ja für Controller und Co ein Festspannungsregler existiert.
      LG Mov

  3. Hallo Emanuel,

    ist mit der im Bestellformular erwähnten Funksteckdose für 19,45€ der Funkempfänger gemeint oder beinhaltet der Preis die komplette Funksteckdose?

    Gibt es des Weiteren eine Möglichkeit, das Sendesignal auch von anderen Geräten zu senden (z.B. Handy, CPU oder Lichtschalter usw.)?

    Vielen Dank,
    Ben

    • Hallo Benjamin,

      erstmal habe ich deinen Post in den Artikel verschoben, auf den er sich bezieht, da du unter „Über mich“ gepostet hast. Dort wäre das ja dann völlig zusammenhanglos.

      In der Stückliste steht doch, woher die Funksteckdosen stammen, nämlich von Reichelt. Dort kannst du den Lieferumfang doch sehen. Für 19,45 € bekommst du eine Fernbedienung mit 3 Funksteckdosen. Anderswo habe ich das Set auch schonmal mit nur einer Funksteckdose gesehen, was aber für mich uninteressant war. Der Zweck dieses Projekts war es ja, viele Lampen mit einem Lichtschalter zu schalten.

      Du kannst das Signal mit jedem Funksender senden, der die verwendete Frequenz senden kann. Zudem musst du es natürlich dekodieren oder zumindest aufzeichnen, damit der andere Funksender dann denselben Code sendet. Aber deine Aufzählung in Klammern verstehe ich nicht ganz. Ein Handy kann ja noch senden, allerdings afaik nicht in dem Frequenzband, aber wie soll eine CPU oder ein Lichtschalter ein Funksignal ausgeben?

      Gruß, Mov

    • Diese Schaltung ist relativ narrensicher. Grundvoraussetzung ist immer eine gewisse Geduld und Sorgfalt. Wer schnell und schlampig in 30 Minuten fertig sein will, sollte lieber nicht damit anfangen, da es nur in Materialverschwendung ausarten wird. Aber es ist eine schöne Bastelei mit absehbarer Aufbauzeit und geringen Kosten. Für die „digitale Variante“ im Artikel benötigst du ein ISP-Programmiergerät. Für die analoge Variante existiert noch kein Layout, also Planung einer Platine, sodass du diese Variante nur mit etwas Übung in der Hinsicht angehen solltest. Die digitale Variante ist aber etwas besser und leichter aufzubauen.
      Aber ob andere Funksteckdosen geeignet sind, ist schwer zu sagen. Die können u.U. ganz anders funktionieren und dann auch nicht mit der Schaltung kompatibel sein. Ich habe aber schon mehrere Modelle gesehen, die passen. Evtl. öffnest du mal die Fernbedienung und guckst dir das Ding erstmal an. Wenn du sicher gehen willst, kaufst du einfach das genannte Set. So teuer ist es ja auch nicht.

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